Datum: 2026-08-19
Der Verteilerkasten enthält verschiedene Schutzvorrichtungen, von denen jede eine spezifische Funktion hat. Leitungsschutzschalter, Fehlerstrom-Schutzeinrichtung und Überspannungsschutz sind nicht austauschbar.
Um die richtige Wahl zu treffen, müssen Sie den Zweck der einzelnen Geräte, die Eigenschaften der elektrischen Anlage und die anzuschließenden Verbraucher kennen.
1. Leistungsschalter – Überlast- und Kurzschlussschutz
Ein Leitungsschutzschalter (auch MCB genannt) schützt elektrische Stromkreise und Leitungen vor Überlastung und Kurzschlüssen. Er unterbricht die Stromzufuhr, wenn der Strom die zulässigen Werte für den Stromkreis überschreitet.
Bei der Auswahl werden Bemessungsstrom, Polzahl, Auslösecharakteristik, Abschaltvermögen und Leiterquerschnitt geprüft. Ein höherer Bemessungsstrom bedeutet nicht automatisch einen besseren Schutz.
Der Leitungsschutzschalter muss mit der zulässigen Strombelastbarkeit der Leiter und den Eigenschaften der Last kompatibel sein.
2. Fehlerstromschutz – Ableitstromschutz
Der Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter), auch Fehlerstrom-Schutzschalter (RCCB) genannt, überwacht die Differenz der Ströme in den stromführenden Leitern. Wird ein Ableitstrom oberhalb eines festgelegten Wertes festgestellt, unterbricht das Gerät die Stromversorgung.
Die wichtigsten Auswahlkriterien sind der Bemessungsstrom, der Bemessungsdifferenzstrom, die Schutzart und die Polzahl.
Es ist wichtig zu wissen, dass ein Standard-FI-Schutzschalter allein keinen Schutz vor Überlastung und Kurzschluss bietet. Daher muss er mit einem geeigneten Überstromschutz kombiniert werden.
3. Fehlerstromschutzschalter – zwei Funktionen in einem Gerät
Ein Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter), auch RCBO genannt, vereint die Funktionen eines Leitungsschutzschalters und eines Fehlerstromschutzschalters. Er schützt den zugehörigen Stromkreis vor Überlastung, Kurzschluss und Ableitstrom.
RCBO ermöglicht den kombinierten Schutz einzelner Stromkreise. Bei der Auswahl werden Bemessungsstrom, Auslösecharakteristik, Fehlerstrom, Typ, Polzahl und Abschaltvermögen erneut geprüft.
4. Impulsüberspannungsschutz
Ein Überspannungsschutzgerät, kurz SPD genannt, hat eine andere Funktion. Es dient dazu, kurzzeitige Überspannungen zu begrenzen, die durch atmosphärische Einflüsse oder Schaltvorgänge im Stromnetz entstehen können.
Ein Überspannungsschutzgerät (SPD) ersetzt keinen Leitungsschutzschalter, Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) oder Fehlerstrom-Schutzschalter (RCBO). Seine Auswahl und Koordination hängen von der elektrischen Anlage, dem Erdungssystem, dem Schutzniveau und dem Aufstellungsort des Geräts ab.
5. Wie man Schutzvorrichtungen kombiniert
In einem Schaltschrank können verschiedene Schutzarten eingesetzt werden, da sie auf unterschiedliche Gefahrenzustände reagieren:
- Der Leitungsschutzschalter schützt vor Überlastung und Kurzschluss;
- Der Fehlerstromschutz reagiert auf Ableitströme;
- Ein RCBO kombiniert Überstrom- und Ableitstromschutz;
- Überspannungsschutzgeräte begrenzen Stoßspannungsspitzen.
Das konkrete Schema hängt von der Anzahl der Stromkreise, den Eigenschaften der Lasten, der Art des Stromversorgungsnetzes und den Anforderungen an die Installation ab.
6. Was sollten wir vor der Auswahl überprüfen?
- Handelt es sich um eine einphasige oder dreiphasige Installation?
- welche Verbraucher mit Strom versorgt werden;
- Welchen Querschnitt haben die Drähte?
- Welcher Nennstrom ist für den jeweiligen Stromkreis zulässig?
- Ist ein Leckstromschutz erforderlich?
- Ist Überspannungsschutz notwendig?
- Welche Anforderungen müssen an Selektivität und Koordination gestellt werden?
- Welche freien Module gibt es im Verteilerkasten?
Zusammenfassung
Es gibt kein einzelnes Gerät, das alle anderen Arten von elektrischen Schutzvorrichtungen ersetzen kann. Die richtige Lösung besteht in der Regel aus einer abgestimmten Kombination von Geräten, die entsprechend der jeweiligen Installation und ihren Verbrauchern ausgewählt werden.
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Wichtig: Die Planung, Auswahl, Installation und Prüfung von Schutzeinrichtungen muss von einem qualifizierten Elektriker gemäß den Eigenschaften der Anlage und den geltenden Anforderungen durchgeführt werden.